Operative Psychologie: Betroffene für Interviews gesucht

04.08.2020

Für das Forschungsprojekt "Theorie, Praxis und Konsequenzen der Operativen Psychologie" 

an der Sigmund Freud Privatuniversität Berlin werden in Kooperation mit dem Bürgerbüro

Frauen und Männer als Interviewpartner gesucht, die: 

• in der DDR politisch verfolgt wurden / "Kontakt" mit der Staatssicherheit hatten;  

• bereit sind, ihre Lebensgeschichte zu erzählen;

• und/ oder an Gruppengesprächen mit anderen politisch Verfolgten teilnehmen würden. 

Das Kernanliegen dieses Projekts besteht einerseits darin, ein tieferes Verständnis der

Quellen, des Gebrauchs und der Funktion von psychologischem Wissen im Geheimdienst

zu erlangen und sichtbarer zu machen, wie sich Methoden der Staatssicherheit auf das

Verhalten, die Einstellungen und Gefühle von Betroffenen und Inoffiziellen

Mitarbeiter*innen (IM) auswirkten. 

Die Biographien der Betroffenen werden oftmals nicht in einem ausreichenden Maße

berücksichtigt, daher ist ein Ziel des  Projekts, ehemaligen politisch Verfolgten die

Möglichkeit zu geben, ihre eigene Biographie sowie ihr vergangenes und gegenwärtiges

Leiden nicht nur als Opfer der politischen Verfolgung, sondern als Subjekte und Akteure

des zugrunde liegenden politischen Konflikts zu reflektieren. Als Zeitzeug*innen werden

Sie eingeladen, ihre Erfahrungen mit Repression und Verfolgung, wie sie diese heute

erinnern und bewerten, in einem sicheren und nicht verurteilenden Raum auszudrücken.

Erfahrungen von Überwältigung und Hilflosigkeit, aber auch Strategien des Widerstandes

und der Abwehr gegen die Kontrolle über das eigene Leben sind von zentralem Interesse

für unsere Forschung. Die biographischen Interviews und Gruppendiskussionen werden

von einer Psychologin, die Erfahrung mit der Führung sensibler Gespräche hat, 

durchgeführt und mit Ihrem Einverständnis in Ton (bzw. Ton und Bild) aufgenommen. 

Aus datenschutzrechtlichen und forschungsethischen Gründen sind wir dazu verpflichtet,

alle personenbezogenen Angaben zu anonymisieren. Bei Veröffentlichung werden Rückschlüsse

auf Ihre Person nicht mehr möglich sein.  Wir bieten eine Aufwandsentschädigung für die

Teilnahme an den Gesprächen. Bei Interesse melden Sie sich gerne per E-Mail oder Telefon –

im Bürgerbüro e.V. (030-4634806; info@buergerbuero-berlin.de) und bei

Charlotta Sippel, MSc. Psychologie 

Sigmund Freud PrivatUniversität Berlin 

E-Mail: charlotta.sippel@sfu-berlin.de 

Telefon: 030/6957972815 (Mo.-Do. 10:00 -16:00 Uhr)